Ich esse in Restaurants gern Gerichte, die ich so gut wie nie zu Hause zubereite. Diese lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen: Aufwand und Ahnungslosigkeit. In die erste gehört das legendäre Rinderfilet Wellington. Und zu der zweiten zählen die Jakobsmuscheln. Bequemlichkeit zu überwinden ist anstrengend. Gegen Unwissen gibt es allerdings gleich zwei Gegenmittel: Informieren und ausprobieren. Habe ich gemacht.

Jakobsmuscheln: Die richtige Vorbereitung

Die Franzosen nennen die Delikatesse Coquilles Saint-Jacques. Klingt das nicht schön? Irgendwie nach Nizza und Champagner. Leider haben ein Trip nach Nizza, ein Fläschchen Schampus und Jakobsmuscheln ihren Preis. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Zubereitung der Vieiras (spanisch) an diese Regeln zu halten:

  1. Von den Jakobsmuscheln werden nur ihr weißer Muskel sowie der Rogensack verzehrt. Roh ist er grün bis schwarz, und nach dem Erhitzen wird er korallenrot. Deshalb nennen die Franzosen ihn auch Corail, also Koralle.
  2. Scallops (englisch) kannst du in der Schale oder bereits küchenfertig kaufen. Die ideale Alternative zur frischen Jakobsmuschel ist Tiefkühlware. Das Muschelfleisch wird schockgefrostet, behält dadurch Textur und Aroma und ist im Tiefkühler etwa drei Monate haltbar.
  3. Frische Jakobsmuscheln werden zunächst unter fließendem kalten Wasser gründlich abgespült und liebevoll abgetrocknet.
  4. Die Muschel mit der flachen Seite nach oben legen. Dann mit der Spitze eines Tafelmessers oder eines scharfen Küchenmessers ein wenig in die Muschel eintauchen. Nun kannst du die Pettini (italienisch) ein wenig öffnen. Anschließend das Messer am Muschelrand entlang gleiten lassen. So wird der Muskel durchtrennt, und sie lässt sich öffnen.
  5. Klappe die Muschel auf und löse mit einem Messer vorsichtig den Muskel, auch Muschelfleisch genannt, sowie den Rogensack aus. Beide kannst du nun weiterverarbeiten. Dauert dies noch ein paar Minuten, dann lege sie auf einen Teller, decke sie mit einem feuchten Küchenhandtuch ab und bewahre die Kamskjell (norwegisch) im Kühlschrank auf.

Nun zum Genuss

Das Fleisch der Jakobsmuschel schmeckt pur leicht nussig und buttrig. Ich liebe sie zum Beispiel kurz angebraten mit etwas Zitronensaft verfeinert oder in einer Sauce mit Noilly Prat. Aber es gibt viele weitere Möglichkeiten, sie zuzubereiten. Wir vom EAT CLUB haben in unserer Rezeptsammlung viele tolle Ideen für Meeresfrüchte. Probiere doch mal dieses aus. Du wirst begeistert sein!

Jakobsmuscheln in Chili-Vanille-Butter auf Buchweizentapenade und Wildkräutern

Schwierigkeit: Anfänger Zubereitungszeit 15 min Gesamtzeit 15 Min. Portionen: 4 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Zugegeben: Jakobsmuscheln sind kein Gericht für jeden Tag. Zumindest sollten man sich solche Highlights nicht täglich gönnen, damit sie ihren Glanz nicht verlieren. Jakobsmuscheln in Vanille-Chili-Butter auf Buchweizentapenade sind solch ein Highlight. Dekadent? Meinetwegen… das ist einfach geiles Essen.

Zutaten

Zubereitung

  1. Chili halbieren und die Kerne entfernen. Dann in feine Streifen schneiden. Die Vanille auftrennen und das Mark auskratzen und in eine Schale geben. Vier kleine Teller mit je einem Teelöffel Buchweizentapenade bereit stellen. Die Tapenade mit der Unterseite des Löffels andrücken.  

  2. Einen Spritzer Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Jakobsmuscheln in der heißen Pfanne von beiden Seiten zwei Minuten scharf anbraten. Hitze ausdrehen und die Butter in der Pfanne kurz aufschäumen. Die Chili, das Vanillemark und Pfeffer aus der Mühle in die Pfanne geben. Alles einmal durchschwenken. 

  3. Die Jakobsmuschlen in die Kuhle auf die Tapenade legen und esslöffelweise die Butter über den Muscheln verteilen. Mit den Wildkräutern garnieren und servieren.

Und natürlich haben wir auch noch das Rezept für Rinderfilet Wellington – Klassiker in Blätterteig. Interessierst du dich generell für Zutaten, deren Eigenschaften sowie Zubereitung? Von einfachen und alltagstauglichen Tipps und Tricks fürs Koch- und Backvergnügen, über köstliche Rezepte bis hin zur ausführlichen Kochschule, findest du alles beim EAT CLUB. Dort verraten wir zum Beispiel, ob was an dem Gerücht dran ist, das du Muscheln nur in in Monaten mit „R“ verzehren darfst. Nun habe aber erst mal viel Freude an deinen Jakobsmuscheln.