Sind wir mal ehrlich: Die meisten Sachen, die uns richtig gut schmecken, sind leider ungesund. Ich denke da spontan an Schokolade, Gummitiere oder Pommes frites. Wie schön, dass es aber auch noch Zutaten in unserer Küche gibt, die richtig gut schmecken und dennoch supergesund sind. Ganz ohne Zucker zuzugeben oder im Fett geschwommen zu sein. Du ahnst es schon, ich rede von Knoblauch und heute ist der internationale Tag des Knoblauchs. Grund genug für uns, sich mal etwas genauer mit der Knolle zu beschäftigen und einige Fragen zu beantworten. Warum ist Knoblauch beispielsweise so gesund und hast du schon mal vom schwarzen Knoblauch gehört?


Geschichte und Herkunft

Knoblauch ist erwiesenermaßen eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Seit über 5000 Jahren wird Knoblauch (auch Gruserich, Liebeswurz, Stinkerwurz, Knoflak oder liebevoll Knofi genannt) angebaut. Schon den alten Pharaonen diente die Powerknolle als Grabbeilage, um auf dem Weg ins Jenseits durch die Unterwelt gegen das Böse gewappnet zu sein.

Er wurde, lange bevor er über das Mittelmeer nach Europa gelangte, in Zentralasien kultiviert. Nachdem er dann schließlich den Weg nach Europa gefunden hatte, verbreitete er sich schnell über den gesamten Kontinent. Der weltweit größte Knoblauch-Produzent ist übrigens China. Der in Deutschland zum Kauf angebotene Knoblauch kommt aber auch häufig aus Spanien, Italien, Frankreich, Ägypten und sogar Argentinien. Es gibt ihn das ganze Jahr über frisch zu kaufen. Auch die halbgetrocknete und ganz getrocknete Version ist mittlerweile fast überall erhältlich.

Geschmack und Sorten

Der Geschmack ist relativ schwierig einzuordnen, da eben nichts so schmeckt wie Knoblauch. Er ist kräftig-pikant, aber dabei auch nussig-süß und herzhaft. In manchen Gerichten wirkt er wie ein natürlicher Geschmacksverstärker. Man verwendet für gewöhnlich die Zehen, aber auch das herzhaft sprießende Grün (Schnittknoblauch) kann verwendet werden.

Verschiedene Sorten gibt es etliche. Beispielsweise zu nennen ist hier der violette Knoblauch (Ajo Morado), die typische Knoblauchsorte mit weißer Schale (Chesnok wight) oder eine Urknoblauchsorte mit nur vier Zehen (Deutscher Porzellan).

Warum ist Knoblauch so gesund?

Knoblauch enthält Schwefelverbindungen, Allicin heißt beispielsweise das schwefelhaltige ätherische Öl, welches dem Knoblauch seinen berühmt-berüchtigten Duft gibt. Eben jener Stoff sorgt aber auch für ein gesundes Herz-Kreislauf-System, indem es zu hohen Blutdruck entgegenwirken, sowie die Fett- und Cholesterinwerte im Blut senken kann.

Auch Bakterien und Pilze kann Allicin bekämpfen, da mehre seiner Bestandteile wie ein natürliches Antibiotikum wirken. Auch für den Darm und damit die Verdauung ist Allicin eine Wunderwaffe gegen schädliche Bakterien. Du siehst also Knoblauch essen ist rundum gesund.

Was ist schwarzer Knoblauch?

Schwarzer Knoblauch ist letztendlich gewöhnlicher Knoblauch, der einige Wochen lang bei einer bestimmten Temperatur (zwischen 60 und 80 Grad) und einer bestimmten Luftfeuchtigkeit (70 bis 95 Prozent) reift. Dabei färbt sich der Knoblauch nicht nur schwarz, sondern nimmt auch eine wachsweiche Konsistenz an und wird milder und süßlicher. Die Knoblauchschärfe geht nahezu gänzlich verloren und er erinnert geschmacklich eher an ein Pflaumenmus mit einem Hauch Lakritze.

Insbesondere in der gehobenen Gastronomie lässt sich viel mit dem schwarzen Knoblauch anstellen. Yana Steudel macht daraus zum Beispiel Perlen und Marcel Thiele kombinierte ihn mit dem Küchenchef aus dem White Rabbit zusammen mit Kokosmilch und Agar-Agar, um daraus einen vegetarischen Lardo (italienischen Bauchspeck) herzustellen.

Sieht nicht nur toll aus, sondern schmeckt auch ganz besonders: Schwarzer Knoblauch. Credit: Gettyimages/ Daria Bulgakova

Rezepte zum Tag des Knoblauchs

Jetzt weißt du so viel Neues über die tolle Knolle und hast vielleicht auch schon etwas Appetit bekommen und überlegst vielleicht, welches leckere Gericht du mit Knoblauch kochen könntest? Hier möchten wir gerne Abhilfe schaffen und haben deswegen einige Rezeptvorschläge für dich parat:

Und dann gibt es ja da auch noch die wilden Version, eher als Bärlauch bekannt. Und da der zufälligerweise gerade Saison hat, haben wir natürlich auch hierfür etliche Rezepte in unserem Repertoire, durch die du dich durchessen solltest. Wie wäre es hiermit:


Es ist nun also Zeit, dieser tollen Pflanze zu huldigen und sie angemessen zu zelebrieren. Denn wie schon gesagt, sie ist nicht nur lecker, sondern auch noch supergesund. Viel Spaß!