Du stehst auf Saure Gurken? Wie wäre es, wenn du sie einfach mal selbst herstellst? Wir zeigen dir mit unserer einfachen Anleitung nach altem Brauch, wie du die klassischen Salz-Dill-Gurken selbst machen kannst!

Salz-Dill-Gurken selbst zu machen ist sicherlich am Anfang eine Kunst. Aber es lohnt sich! Damit fühlst du dich wie die alten Frauen auf dem Land, die mit hochgekrämpelten Ärmeln und blumigen Schürzen in der Küche stehen. Ein befreiendes Gefühl, etwas selbst herstellen zu können und die Resultate der getanen Arbeit ernten – oder eben probieren zu können!

Der Prozess hinter der sauren Gurke

Der wichtige Prozess, der die klassischen grünen Gurken in die leckeren, knackigen Salz-Dill-Gurken verwandelt, ist das Fermentieren. Dabei beginnen bestimmte Bakterien, einen Teil der Gurken zu bearbeiten, verleihen ihnen den säuerlichen Geschmack und fördern gleichzeitig das Immunsystem. Kein Wunder also, warum so viele Schwangere ein Faible für saure Gurken und damit auch gesunde Ernährung entwickeln!

Das klingt für dich alles schräg, aber du bist auch irgendwie neugierig? Mit dem Fermentieren kannst du eine Menge an verschiedenen Gemüsesorten haltbar machen und spannende neue Geschmäcker kreieren. Deshalb ist diese Methode auch rund um die Welt so beliebt und wird beispielsweise auch im südostasiatischen Raum in Form von eingelegtem Kohl und Rettich zelebriert. Wie der selbst gemachte Kimichi funktioniert, zeigen wir dir ebenfalls. Wenn du in Schmökerlaune bist, solltest du dir definitiv diese Bibel für Selbstversorger besorgen. Die Investition lohnt sich!

Zurück zu den sauren Gurken – so geht’s:

Schritt 1: Passende Zutaten und Gläser

Damit das Fermentieren der Salz-Dill-Gurken auch klappt, brauchst du saubere und gut verschließbare Gläser. Dafür musst du dir nicht unbedingt neue anschaffen, aber du solltest sie mit heißem Wasser auskochen und gründlich reinigen.

Weiterhin benötigst du an Zutaten für eine erste Fuhre an Salz-Dill-Gurken:

  • 0,75 l Wasser
  • 2 EL Meersalz oder grobes Salz
  • 0,75 kg Landgurken
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Dill
  • 1 EL Pfefferkörner

Schritt 2: Die Zutaten vorbereiten

Jetzt kannst du dir gemütliche Musik einschalten und damit beginnen, deine eigenen Salz-Dill-Gurken selbst zu machen!

Dafür setzt du zunächst das Wasser auf und kochst es mit dem Salz auf. Danach stellst du es kalt. Währenddessen kannst du schon mal die Gurken mit einer Bürste von den Fasern befreien und den Knoblauch schälen und halbieren. Den Dill wäschst du ebenfalls – er kann ruhig nass bleiben.

Tipp: Wenn du die Salz-Dill-Gurken würziger magst, stich sie mit einer Gabel seitlich an ein paar Stellen jeweils ein. So kann die Lake besser in die Gurke selbst einziehen.

Schritt 3: Die Gläser füllen

Den Dill kannst du ebenfalls waschen und dann auf dem jeweiligen Boden deines Einweckglases legen. Anschließend füllst du die Gurken, den Knoblauch und die Pfefferkörner jeweils in die Gläser, bis alles aufgebraucht ist. Anschließend füllst du die Gläser bis kurz unter den Rand mit dem Salzwasser. Die Gurken müssen vollständig bedeckt dein, damit sie fermentieren und nicht schlecht werden. Den restlichen Dill kannst du nun darüber streuen.

Schritt 4: Salz-Dill-Gurken ziehen lassen

Nun deckst du die Gläser mit einem feuchten Tuch ab, sodass sie im besten Fall keinem Licht ausgesetzt sind. Am Besten spannst du noch ein Gummiband darum, sodass das Tuch nicht verrutscht. Stell die Gläser am Besten an einen lichtgeschützten Ort und lass‘ dort die Salz-Dill-Gurken für zwei Wochen ziehen. Es sollte sich nach und nach ein immer säuerlicher Geruch entwickeln. Wenn du es milder magst, kannst du entsprechend die Ziehzeit verkürzen, oder im Gegenteil verlängern, wenn du es herber magst.

Die Salz-Dill-Gurken kannst du dann entweder so verspachteln oder in diesen leckeren Rezepten verwenden:

Schritt 5: Salz-Dill-Gurken lagern

Nach der Ziehzeit solltest du die Salz-Dill-Gurken mit einem sauberen Deckel verschließen und im Kühlschrank lagern. So sollten sie bis zu vier Wochen haltbar sein.

Tipp: Wenn du die Salz-Dill-Gurken nicht direkt essen, sondern länger lagern willst, solltest du sie direkt einwecken. Dafür lässt du dann das Salzwasser entsprechend nicht abkühlen, sondern gießt es noch heiß über die sauren Gurken und die Gewürze. Anschließend verschließt du sie direkt mit dem Deckel und stellst sie auf den Kopf.

So sollten deine selbst gemachten Salz-Dill-Gurken mindestens ein halbes Jahr lang haltbar sein.

Salz-Dill Gurken selbst machen und experimentieren

Das Schönste am Selbstmachen ist, dass du dich immer weiter entwickeln und ein immer besseres Gefühl dafür bekommst, wie das Fermentieren und Würzen am Besten funktioniert. Du kannst beispielsweise deine Salz-Dill-Gurken mit Wachholderbeeren oder Lorbeer würzen. Oder du lässt den Dill weg und packst für herbere saure Gurken noch mehr Pfeffer dazu. Dir sind keine Grenzen gesetzt!

Teile deine Freude mit anderen und schenke statt einer Grußkarte doch mal ein Glas mit selbst gemachten Salz-Dill-Gurken. Und sprich über deine Erfahrung beim Selbstmachen und Fermentieren mit anderen. So wird das Fermentieren zu einem richtigen Hobby!